Freitag, 29. Dezember 2006
Thema: Analyse
Kürzlich hatte ich einem Projekt mal wieder die Gelegenheit, Business Goals und ihre Bedeutung für ein Software-Projekt zu erklären. Den Gedankengang möchte ich bei dieser Gelegenheit vorstellen.

Business Goals sind ein wichtiger Grundstein für jedes Software-Projekt. Was will das Unternehmen mit dem System erreichen?
Nur wenn die Business Goals bekannt sind, können fundierte Entscheidungen in der Konzeption getroffen werden.

Business Goals beantworten, welche Mehrwerte durch das System geschaffen werden. Jede Entscheidung in der Konzeption kann so an den Mehrwerten gemessen werden - und eine Priorisierung der Requirements wird dadurch erst möglich!
Mithilfe der Mehrwerte kann das Projekt fundiert akquiriert werden (inhouse oder als Auftragnehmer).

Um so erstaunlicher, dass kaum ein Auftraggeber über Business Goals nachdenkt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Business Goals zwar intuitiv erkannt werden, aber selten explizit formuliert werden. Als Konzepter benötige ich allerdings die Business Goals, um meinen Kunden zu beraten und schließlich den größten Wert für die Anwender und das Unternehmen herzustellen.

Also beginnt mein typisches Projekt damit, dem Kunden zu erklären was Business Goals sind und wofür sie gut sind…
Die Kunden reagieren unterschiedlich - manche sind aufgeschlossen, weil ich sie unterstütze, internes Buy-In zu betreiben. Andere sind verärgert, weil ich ihnen unterstelle, ihre Business Ziele nicht zu kennen.

Immerhin kann ich inzwischen gut erklären, was Business Goals sind: Der Mehrwert, den das Unternehmen mit dem System erreicht.
Und zwar konkreter als "Gewinn" oder "Effizienz in Projekten"… Abstrakter als "ein xyz-Verwaltungs-Tool"
Einen Schlüssel dazu liefert die Pyramide der Abstraktionsebenen der Requirements. Durch die Frage, wie der Gewinn / die Effizienz mit dem System verbessert wird und durch die Frage, warum das xyz-Verwaltungs-Tool benötigt wird, komme ich sehr gut auf die richtige Ebene ("Was und Wie").
Wichtig ist nur noch, den Stakeholder mit Sinn für Geld (Mehrwerte) und Interesse für die Prozesse (Prozessanalyse) zu befragen.

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